Dezember 05, 2011

blind date #10


Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich hier anfangen soll, denn hier fehlt der weihnachtliche Gedanke... [seeeehr lange Denkpause mit viel Tippen und wieder Löschen] am besten am Anfang, schätze ich. Estelle* wollte unbedingt zuerst über Skype Kontakt aufnehmen. Das war mir aber irgendwie nicht recht und so verzögerte ich das ganze (technische Probleme gibt es ja immer). Irgendwann gab es aber doch einen ersten Chat und ich war schnell ziemlich genervt. Ich gab mir alle Mühe der (rein französischen!) Konversation zu folgen, aber es kam mir vor, als gäbe es nicht nur sprachliche Schwierigkeiten. Ich blieb tapfer. 
Nachdem sie mir erzählt hatte, dass sie eigentlich noch keine Freunde in Paris hat und auch noch nicht viel von der Stadt gesehen habe, schlug ich vor, dass wir den Sprachaustausch mit dem gemeinsamen Erkunden der Stadt verbinden könnten. Daraufhin wollte sie natürlich wissen, wie ich aussehe, damit wir uns auch leichter finden können. Sollte ich denn ein Foto schicken? Nein, das wir mir zu doof und ich fragte sie, ob sie denn auf facebook zu finden wäre... denn da gibt es Fotos von mir. Dort benutzt sie aber nicht ihren richtigen Namen und mich kann man nicht so einfach finden, da es meinen sehr oft gibt. Ich schickte ihr also einfach einen Link und dennoch fragte sie mich, ob ich rote Haare hätte. Sie klickte sich also tatsächlich durch die lange Reihe meiner Namensvetterinnen, nachdem ich ihr gesagt hatte, dass das etwas sinnfrei wäre... nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir dann aber facebook-Freunde und ich hatte erst einmal die Nase voll.


Irgendwann kam dann wieder eine Nachricht. Sie wollte sich gern die Weihnachtsschaufenster entlang des Boulevard Haussmann ansehen und fragte, ob wir das nicht gemeinsam machen können. Ich wollte ihr gern eine weitere Chance geben. Ein Termin war gefunden und ich machte mir langsam Sorgen, wie das wohl werden würde. Zehn Minuten über der Zeit war sie schon und es stellte sich neben Ärger auch ein wenig Erleichterung bei mir ein. Ihre Nummer hatte ich vergessen zu speichern und so beschloss ich nach weiteren fünf Minuten das Weite zu suchen. Da klingelte mein Handy und Estelle* erklärte mir in Wahnsinnsgeschwindigkeit mit viel Straßenlärm... ja... irgendetwas. Ich stoppte sie und erklärte ihr, dass mir gerade Englisch lieber wäre, da ich mit dem Lärm nichts verstünde. Sie hatte an einem anderen Punkt gewartet und so fanden wir uns erst nach leichter Verwirrung. 
Ich erklärte ihr, dass es mir lieb wäre, wenn sie weniger schnell sprechen würde... vergeblich. Sie plapperte weiter unheimlich schnell. Bei den Schaufenstern zeigte sie irgendwie gar kein Interesse und ich wurde langsam wirklich ärgerlich. Ich war zum Sprachaustausch gekommen und nicht als Beschäftigungs-Therapeutin. Bei einem anschließenden Kaffee wurde es nicht besser. Ich schlug ihr niedergeschlagen und langsam aus den Ohren blutend vor, dass wir doch wenigstens mal Englisch versuchen könnten, wenn sie schon zu schüchtern für Deutsch wäre. Das musste man ihr aus der Nase ziehen und meine sehr langsam und deutlich formulierten Fragen musste ich oft dreimal wiederholen oder übersetzen, bevor Estelle* sie verstand.




Als wir uns an der Metro verabschiedeten, wünschte ich ihr nur einen schönen Heimweg und Abend. Auf Andeutungen "bis zum nächsten Mal!" reagierte ich einfach nicht. Diese Frau ist nicht mein Typ! Sie ist durchweg negativ in der Betrachtung der Welt, so einfühlsam wie ein Betonpfeiler und irgendwie von einer anderen Welt. Da sie nun bereits "Nr. 10" ist, weiß ich, dass es nicht an kulturellen Unterschieden liegt. Ich glaube, sie ist wirklich einfältig... und wie kann man denn bitte nichts von Paris gesehen haben, wenn man bereits seit über sechs Monaten hier lebt? Dass ich mittlerweile weiß, warum sie bisher wenig (ok, keine!) Freunde hat, habe ich ihr nicht verraten. So fies bin ich ja dann auch nicht.


I really don’t know where to start with this one - there is nothing christmassy in that… i try to keep it rather short now … the German version of this post looks a bit excessive. Estelle* wanted the first contact to be on Skype and after a while we chatted for the first time... in French only. There were a lot of misunderstandings (not only of language!). She told me that she does not have friends in Paris and has not seen a lot of the city, yet. So I suggested that we combine the exchange and exploring the city together. After agreeing to that she wanted to know what I look like. Sending a picture was too stupid so I simply asked if she was on facebook. It took a while to get connected (she uses another name and mine is there for numerous persons) and at the end of all this I`d had enough.




One day she sends me a message asking if we could have a look at the new Christmas decorations of the stores on boulevard Haussmann. I wanted to give it a second chance. We found a date and I started to worry how this would turn out. After waiting ten minutes for her I felt a bit angry and but over all relieved. I had forgotten to note her number and so I wanted to give her another five minutes before leaving. The perfect time for my mobile to ring. Estelle* told me in high-speed French… well… something. I said that i would prefer to switch to English for the moment as i just couldn´t get anything with all the background noise. After some confusion we found each other.



I explained that i would really appreciate her speaking slower… no chance. She kept on jabbering in light-speed. She did not show any interest in the decorations and hardly ever stopped to look at them. I was starting to get angry. Afterwards we had a coffee and as my ears were almost bleading I told her that this was supposed to be a language exchange and she should at least try English if she was really too shy for German. It took ages for her to start and my slow clearly pronounced questions had to be repeated  three times or translated before Estelle* got them.
When we finally said good-bye at the Metro i only wished her a nice evening and skipped remarks like „See you“ ignoring some „until next time“. This woman is just not my type. She has a really negative view on the world, is as sensitive as a cactus and somehow from another planet. As she was my 10th date I am pretty sure that it is not just an intercultural thing. She is really simple-minded… how is it possible to see nothing of Paris after having lived there for over six months? That I have a hint now why she has not made a lot of friends by now (ok, none!) I kept to myself. I am not that mean…





Kommentare:

  1. Guten Morgen :)
    Ich bewundere deine Geduld, die ich garantiert nicht hätte, und wünsche dir einen guten Start in die neue Woche :D
    Dass mir dein Blog richtig gut gefällt, hatte ich neulich schon geschrieben, oder? ;)
    ♥LG
    wieczorama Fotoblog

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  2. Uah, ich wär eskaliert. Nein, wahrschienlich nicht, bin ja auch grundnett, aber diese negativen Menschen... die brauche ich nicht in meinem Leben, ich bin genug damit beschäftigt für mich und die mir nahe Stehenden positiv zu sein, da brauch ich nicht den Clown für jemand Fremden spielen.

    PS: WIR FREUUUUUUUUUUUEN UNS AUF SAMSTAG :)

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  3. Uh... hört sich nach einer Erfahrung an, auf die man hätte verzichten können ... :-/
    Das kenne wir sicher alle, dass man manchmal Menschen begegnet, die überhaupt nicht der Typ für einen sind.
    Vielleicht ist es die nächste Bekanntschaft :D
    Nicht aufgeben! :)
    Wünsche dir noch viel Kraft!
    liebe Grüße
    LesFee
    http://incredibleworldof.blogspot.com/

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thanks for taking the time to leave a comment!